Studie: Wohneigentumsbildung müsse verstärkt gefördert werden

Jinny Verdonck

20. August 2020

Altersarmut ist vorrangig Mieterarmut. Zu diesem Ergebnis kommt das vom Pestel-Institut durchgeführte Gutachten „Wohn-Radar zum Eigentum in Deutschland“, das das „Verbändebündnis Wohneigentum“ beauftragt hat.

Es wird erwartet, dass die Altersarmut in Deutschland in den nächsten Jahren ansteigen wird. Dabei führe insbesondere die Wohnkostenbelastung im Alter zu einem Armutsrisiko.

Die Wohnkostenbelastung von zwei Dritteln der Mieterhaushalte liegt bei über 30 % ihres Haushaltseinkommens. Bei den Eigentümer-Haushalten hat währenddessen nur jeder Zehnte eine Wohnkostenbelastung, die höher als 30 % liegt. Obwohl Eigentümer im Vergleich zu Mietern im Schnitt viel mehr Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung haben, sind deren langfristigen Wohnkosten dennoch deutlich geringer als bei Menschen, die zur Miete wohnen.

Wohneigentumsquote bei den Jüngeren rückläufig

Weniger als die Hälfte der Einwohner Deutschlands besitzt Wohneigentum. Nach den Daten des Mikrozensus besaßen hierzulande im Jahr 2018 nur 44 % der Deutschen Wohneigentum. Das entspricht 1,3 % weniger als noch in 2010.

Immer weniger jüngere Menschen erwerben Wohneigentum. So gibt es in der Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen seit 2002 in Bezug auf die Wohneigentumsquote ein Minus von 5 %. Dabei fand die Studie heraus, dass es in dieser Alterskategorie etwa 4,1 Millionen Mieterhaushalte gibt, die potenziell die Möglichkeit haben, Wohneigentum zu kaufen. Doch die Eigenkapitalquote sei stets ein großes Hindernis, ebenso wie der Mangel an Wohneigentum.

Aufgrund der Studienergebnisse fordert das Verbändebündnis Wohneigentum nun von der Bundesregierung eine bessere Unterstützung beim Erwerb von Wohneigentum, sowohl für Haushalte mit geringem als auch mit mittlerem Einkommen.