So werden Immobilien richtig vererbt

10. Oktober 2016

Niemand setzt sich gerne mit dem Thema auseinander, wie es mit der Immobilie nach dem Ableben weitergehen soll. Dennoch ist es nicht ganz verkehrt, sich mit der Thematik ausreichend zu beschäftigen und die Immobilie so richtig vererben zu können. Es ist kein Geheimnis, dass es für den Erben recht teuer werden kann, eine Immobilie zu erhalten. Zwar gibt es relativ hohe Freibeträge, dennoch können teilweise sehr hohe Steuern fällig werden. Wer sich bereits zu Lebzeiten mit dem Thema beschäftigt und vielleicht über eine Schenkung nachdenkt, der kann seinen Erben das Leben leichter machen.

Schenkung statt Vererbung – eine mögliche Alternative

Durch die Steuerfreibeträge ist es Immobilienbesitzern möglich, auf die Angehörigen Vermögenswerte übertragen zu können, ohne dass es zu hohen Steuerzahlungen kommt. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Erben darauf hinzuweisen, dass sie nur dann steuerfrei erben, wenn Sie die Immobilie selbst mindestens zehn Jahre bewohnen, nachdem sie diese geerbt haben. Dies gilt allerdings nur für Kinder und Ehepartner, nicht für entferntere Verwandte. Es gibt in Bezug auf die Höhe der Steuern sowohl bei der Schenkung als auch bei dem Erbe Abstufungen - je nach dem Verwandtschaftsgrad:
  1. Der Ehepartner
Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner haben die besten Voraussetzungen, um eine Immobilie ohne Steuerzahlungen übernehmen zu können. Zu Lebzeiten ist eine Übertragung komplett steuerfrei möglich. Auch später wird die Immobilie bei einer Erbschaft nicht auf mögliche Freibeträge angerechnet. Dies gilt für die Schenkung. Wenn der Ehepartner die Immobilie nach dem Tod vererbt bekommt, dann ist diese nur steuerfrei, solange er selbst in der Immobilie gelebt hat und auch nach dem Tod des Partners noch zehn Jahre dort lebt. Der Steuerfreibetrag liegt bei 500.000 Euro.
  1. Die Kinder
Bei Kindern gilt dieselbe Vorgabe wie bei Ehepartnern. Es ist notwendig, die Immobilie selbst noch zehn Jahre nach dem Erbe zu bewohnen. Allerdings sind ansonsten nur 200 Quadratmeter der gesamten Wohnfläche für Kinder steuerfrei. Alles, was darüber liegt, muss anteilig am Wert versteuert werden. Wird das Erbe vor den zehn Jahren verkauft, müssen Steuern auf den gesamten Wert gezahlt werden.
  1. Die Enkel
Enkel haben einen Steuerfreibetrag in Höhe von 200.000 Euro und können so die Immobilie  teilweise steuerfrei erben oder auch übertragen bekommen.
  1. Entfernte Verwandte
Hier ist bei einem Erbe die steuerliche Belastung sehr hoch. Daher sollte gerade dann, wenn man mit einem Lebensgefährten ohne Trauschein zusammenlebt, eine Regelung gefunden werden, um die Steuerlast für den Partner zu senken. Eine Schenkung kann ebenfalls teuer werden, der Freibetrag liegt hier nur bei 20.000 Euro.

Schenkung - an die eigene Absicherung denken

Wer sich für eine Schenkung der Immobilie zu Lebzeiten entscheidet, der sollte auch an die eigene Absicherung denken. So ist es eine gute Idee, Rückfallklauseln im Schenkungsvertrag zu berücksichtigen sowie ein lebenslanges Wohnrecht zu behalten. Dies wird im Grundbuch eingetragen und verhindert die Möglichkeit, dass die ehemaligen Immobilienbesitzer nach einem Streit aus der Immobilie herausgeworfen werden, die sie übertragen haben. Die Unterstützung durch einen erfahrenen Anwalt ist unbedingt zu empfehlen, damit weder bei der Schenkung noch bei der Testamentsverfassung Fehler gemacht werden.