Die Immobiliennews in Kürze - November 2020

9. November 2020

Mehrzahl der Mieter empfindet ihre Miete als angemessen

Die neue Studie „Servicemonitor Wohnen” zeigt, dass die meisten Mieter ihre Miete für angemessen hält. 61 % der Mieter gaben an, dass ihre Miete angemessen ist, während 10 % sie als “niedrig” empfinden und 3 % sogar als “sehr niedrig”. Als “zu hoch” finden dahingegen etwa 26 % der Mieter ihre Miete und 5 % als “viel zu hoch”. Im Vergleich zur letzten Umfrage in 2018 haben sich die Angaben nur geringfügig geändert. Zudem würden viele Mieter einen Umzug entweder in eine kleinere Wohnung oder in eine preiswerte Wohnlage machen, um weniger Miete zu zahlen. Währenddessen würde jedoch kaum einer der befragten Mieter eine schlechtere Ausstattung in Kauf nehmen, um Miete zu sparen.

Anstieg der Schwarzarbeit am Bau

Behördliche Kontrollen haben ergeben, dass die Schwarzarbeit im Baugewerbe blüht. Allein aufgrund illegaler Bezahlungspraktiken sind im vergangenen Jahr 10.074 Strafverfahren gegen Arbeitgeber eingeleitet worden. Insgesamt wurden 12.718 Betriebe überprüft. Somit haben die Fahnder in beinahe 80 % der untersuchten Betriebe Verstöße aufgedeckt. Zusätzlich zu den Strafverfahren gab es 5.726 Bußgeldverfahren. So lautete die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linken-Fraktion. 

Verglichen mit den Jahren zuvor wurde ein kontinuierlicher Anstieg der Bauverstöße verzeichnet,  während weniger kontrolliert wurde. So sind in 2010 etwa 20.000 Betriebe überprüft worden (mit 7.383 Strafverfahren) und in 2015 gab es nur noch 16.000 Kontrollen (mit 9.323 Strafverfahren).

Keine Mindest- und Höchstsätze mehr beim Honorar für Architekten und Ingenieure

Die verbindlichen Höchst- und Mindestsätze waren in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) verankert. Doch da diese nicht mit der europäischen Dienstleistungsrichtlinie vereinbar seien, wurden sie im Juli 2019 durch den Europäischen Gerichtshof gekippt. Nun wurde die HOAI novelliert. Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf hat die Zustimmung des Bundesrats erhalten. Alle ab dem 01. Januar 2021 geschlossenen Verträge über Planerleistungen unterliegen nicht länger den Mindest- und Höchstsätzen der Honorarordnung. Somit sind Planer in der Lage, ihre Honorare frei zu verhandeln.

Zwar werden die Honorartafeln auch weiterhin beibehalten, doch sie sind nicht mehr verbindlich und dienen lediglich zur Orientierung, um ein angemessenes Honorar zu ermitteln. Falls es zwischen den Parteien keine wirksame Honorarvereinbarung gibt, so gilt der bisherige Mindestsatz (das sogenannte Basishonorar).